Die diesjährige Pfingstfahrt führte uns in das beschauliche Hannoversch Münden. Ein hübsches kleines Fachwerk-Städtchen im Vierländereck von NRW, Hessen, Thüringen und Niedersachsen, wo sich die Fulda mit der Werra zum Weserfluss vereint.
Nicht der dortige schöne Kanuclub, sondern der leider deutlich teurere Stadtcamping auf dem günstiger gelegeneren "Tanzwerder" wurde unser Standquartier. Von hier aus lie ßen sich die drei Flüsse bestens befahren.
Einige Mitglieder reisten schon ihm Vorfeld an, um dem starken Pfingstverkehr zu entgehen. Sie nahmen die übrigen Teilnehmer fröhlich in Empfang. Das Wetter wurde schon im Vorfeld als durchwachsen feucht prognostiziert, so dass einige Gefährten lieber zu Hause geblieben waren.
Die sieben verbliebenen, hartgesottenen Kandidaten bauten sich allerdings sicherheitshalber als Wagenburg gegen den stark böigen Wind auf. Am Abend kam der Grill zum Einsatz und man speiste am langen Tisch, wider erwarten noch in der Sonne.
Am Samstag nahmen wir uns die Fulda vor, denn der starke Südwind sollte uns auf dem aufgestauten Fluss schieben helfen. Zwei Shuttlebunnies, die selber wegen Verletzung und/oder schlechtem Wetter lieber nicht ins Boot steigen wollten, lieferten die Paddelbegeisterten in Spiekershausen, gut 20 Kilometer vor Hann. Münden, ab und nahmen die Autos direkt wieder mit zurück - wie immer die beste Art der Bootsumsetzung, bei der keine Zeit verloren geht.
Den einsetzenden Regen, versüßte uns die Begegnung mit einigen Amphibien-Fahrzeugen aus den 60er Jahren, die zu Wasser einen Clubausflug machten.
Dann ging es durch das Naturschutzgebiet der "Kragenhofer Schleife" bis zur Schleuse "Wahnhausen", die uns 9 Meter tiefer wieder ausspukte. Die Fulda bildet hier die Grenze zwischen Hessen und Niedersachsen und flie ßt in weiten Bögen zwei weiteren Schleusen entgegen, die man auch wahlweise mutig über Bootsrutschen umfahren kann. Der gute Rückenwind tat sein Werk, so dass wir frühzeitig zum erneuten Grillbüffet wieder am Campingplatz anlandeten.
Der Pfingstsonntag wurde für die Befahrung der Werra genutzt. Wie am Vortage steuerten uns die guten Geister die Umsetzwagen vom Kanuclub in die Kirschenstadt Witzenhausen erneut zurück. Nun mussten wir allerdings mit Regen und Gegenwind kämpfen, doch hatte die Werra einen guten Stromzug, der uns flott vorankommen lie ß. Eine schöner Umflutkanal mit spritzigem Schwall am Ende ersetzt das Umtragen des Wehres von "Hedemünden". Zweimal müssen wir noch aus den Booten klettern und die Wehre "Letzter Heller" und "Hann.Münden" umtragen, ehe wir unser Ziel am berühmten Weserstein erreichen und gleich wieder links in die Fulda abbiegen, um zum Camping zu gelangen.
Die uralte Kastanie, die den Gedenkstein lange Jahre beschirmte, ist wohl vom Zahn der Zeit hinweggerafft worden. Heute steht er einsam, aber weithin sichtbar und markiert den Beginn des Weserflusses
Für den Abend hatten wir einen Tisch im Ratskeller gebucht, wo wir rein zufällig unseren einzigen Vereinskollegen aus Leibzig trafen. Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang durch das mittelalterliche Städtchen, in der der berühmte Wundarzt und Starstecher Dr. Eisenbarth praktizierte und verstarb, fanden sich alle wieder unter dem Schutz eines Vorzeltes im Regen wieder.
Der Pfingstmontag war dann durch Aufbruch gekennzeichnet. Nur drei Unverdrossene wollten weiter dem Wetter trotzen und auf der Weser knapp 30 Kilometer bis Gieselwerder paddeln.
Schnell war ein Wagen vorgesetzt und schon begleiteten uns Sonne und Wolken mit nur gelegentlichem leichten Sprühregen bei einem angenehmem Schiebewind auf der Strecke zwischen Brahm- und Reinhardswald.
Am Zielort erleichterten wir den griechischen Gastwirt um seine Leckereien.
Die Nacht verlief endlich wieder niederschlagsfrei, so dass wir am Folgetag trocken das Lager abbauen konnten - wir hatten den feuchten Pfingsttagen die Stirn geboten.

