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Kanufreunde Lippe e.V.
Wesel

Kentertraining 2025

Bedingt durch einige Neuzugänge in unserem Verein, hatte sich der Vorstand entschlossen, im Winterhalbjahr wieder einmal ein Training in einem Hallenbad anzubieten, das auch bei den Altgedienten rege Anteilnahme fand. In erster Linie ging es dabei um gezielte Sicherheitstechniken, wie Aus- und Wiedereinstieg in die Boote.

Wer einmal mit seinem Kajak unvermittelt gekentert ist, kennt das beklemmende Gefühl, gedreht in der engen Luke zu hängen. Das Hallenbad in Bislich bietet sich für solche Übungen mit warmem Wasser und einer Tiefe von 1,25 Meter dazu bestens an.

Zunächst wurden aber die Trainingsboote gewienert, damit kein Lippesand in die teuren Filteranlagen verschleppt wird. Dann ging es um das gezielte Kentern, Ruhe bewahren, Spritzdecke lösen und nach unten aus dem Boot abtauchen. Der Weidereinstieg in ein kippeliges Kanu bereitete allerdings noch einiges mehr an Schwierigkeiten, doch auch hier konnten Hilfestellungen und Techniken gezeigt werden, die es letztlich möglich machten.

Unter diesen Bedingungen konnte man auch den Kipppunkt der einzelnen Kajaks bestens austarieren. Manch ein Neuling war überrascht, wie weit man sich mit der Paddelstütze aus dem Kanu lehnen kann, bevor man dann tatsächlich umfiel. Das vermittelte viel Sicherheit und das Gefühl, das Boot im Griff zu haben.

Damit die Kajaks nicht bei jeder Kenterung entleert werden mussten, drehten fleißige Helfer die Probanden von Hand in die Ausgangslage zurück. Auch hier, viel Überraschung über die Dichtigkeit der enganliegenden Spritzdecken.

Die nächste Übung fand am Beckenrand statt, wo sich ein jeder mit festem Griff selbst soweit in die Umkehrlage brachte, wie er wollte, um sich dann aus eigener Kraft wieder aufzurichten. Die ganz Mutigen probierten das sogenannte Rollen auch mit Hilfe einiger Schwimm-bretter ohne den sicheren Rand.

Zu guter Letzt funktionierte die „Eskimorolle“ bei einigen auch nur mit dem Paddel als Hilfe. Der Vorgang muss allerdings sorgfältig geübt werden, denn er ist eine Kombination aus Hüftdrehung, weitem Bogenschlag und Anpressen an die Achse des Bootes. Wichtig war, den Kopf als letztes aus dem Wasser zu bekommen – eine reine Kopfsache eben – und spätestens nach einer 180° Drehung mit begrenztem Luftvorrat für die meisten eine Herausforderung.

Paddelfloats und die Kollegen unterstützten uns dabei, bis man irgendwann den Bogen soweit heraus hatte. Allen gelang das Kunststück zwar nicht, aber darauf kam es auch nicht an. In erster Linie ging es um das Vermitteln von Techniken und dem Abbau vonBedenken, sich im Falle einer Kenterung nicht selbst helfen zu können. Allen Beteiligten hat es sichtlich Spaß gemacht und wieder einmal den Beweis erbracht, dass man bestimmte Dinge nur im Verein betreiben kann.

22.02.2025 Stefan Haupt